Materialproben

Untersuchung von Materialproben auf Schimmelpilze, Bakterien und Fäkalkeime (Suspensionsverfahren)

Die Untersuchung von Materialproben auf Schimmelpilze erfolgt in zwei Schritten: Bearbeitung der Proben zur Anzucht der enthaltenen Pilze und Auswertung der Pilzkulturen. Vor allem bei Proben aus Fußböden ist häufig zudem eine direkte mikroskopische Untersuchung notwendig. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Von eingeschickten Materialproben werden Teilproben entnommen, zur Analyse zerkleinert und in sterilem Puffer für 30 min auf einem Rundschüttler geschüttelt. Anschließend werden diese Suspensionen in drei Verdünnungsstufen (unverdünnt, 1:10 und 1:100) auf geeigneten Nährböden ausplattiert.

Das Labor verwendet die Nährböden DG18 und MEA zur Untersuchung von Materialproben auf Schimmelpilze. Die Pilzkolonien auf diesen Nährböden müssen im Labor bei (24 ± 2) °C für sieben bis zehn Tage wachsen. Erst dann ist die Auswertung in Anlehnung an DIN ISO 16000-17 möglich.

Untersuchung auf Bakterien und Fäkalkeime

Zur Bestimmung der Bakterienkonzentrationen setzt man TSA-Nährböden ein. Bakterien bilden  in der Regel schneller Kolonien als die meisten Schimmelpilze. Daher erfolgt die Auswertung der TSA-Nährböden schon nach 48 – 72h bei (24 ± 2) °C.

Die Anzucht von Fäkalkeimen erfolgt auf den Nährböden Brilliance™ E.coli /Coliform Selektiv (Hersteller-Abkürzung COLI-C) und Slanetz-Bartley bei (36 ± 1) °C. Die Auswertung dieser Ansätze ist bereits nach 24h bzw. 48h möglich.

Kolonien des Fäkalindikators Escherichia coli wachsen meist innerhalb von 24h. Sie können anhand der violetten Farbe auf COLI-C Nährböden direkt erkannt werden. Bei rosa bis rot gefärbten Kolonien auf COLI-C kann es sich um coliforme Keime („Coliforme“) handeln. Hier ist eine Bestätigung durch einen Oxidase-Test notwendig.

Enterokokken wachsen auf Slanetz-Bartley Nährboden innerhalb von 48h als rote bis braun-rote Kolonien. Verdächtige Kolonien überimpft ein Mitarbeiter im Labor zur Bestätigung auf BAA-Nährböden. Enterokokken bilden auf BAA ein braun-schwarzes Pigment.

Materialproben aus einer Estrichdämmschicht sollten eine Größe von wenigstens 5×5 cm haben. Die mikroskopische Schimmelpilzuntersuchung der Probe auf dem Bild ergab keinen Hinweis auf einen Befall oder eine Verunreinigung des Materials.

Die anschließende Untersuchung im Suspensionsverfahren zeigte, dass eine deutliche Kontamination durch Schimmelpilze aus dem Aspergillus versicolor Komplex vorlag.

Diese Schimmelpilze gehören zu den typischen Indikatoren für Feuchteschäden.

Bei diesem Stück einer Gipskarton-Platte ist die Oberfläche dunkel verfärbt. Augenscheinlich liegt ein Befall durch Schimmelpilze vor. Das Labor sollte bestimmen, welche Schimmelpilze auf der Probe wachsen.
 
Ergebnis der Laboruntersuchung: Es lag ein starker Befall durch verschiedene Schimmelpilze vor. Besonders hoch waren unter anderem die Konzentrationen von Chaetomium und Stachybotrys chartarum.
 
Diese Pilze können nur wachsen, wenn der Untergrund sehr feucht bis nass ist.